Was sind Vitamine?


 

Was sind Vitamine?

 

Vitamine sind Vitalstoffe die wichtig für den Zellaufbau, das Immunsystem, die Nerven und für die Sehkraft sind.

 

Sie sind organische (meist kohlenstoffhaltige) Verbindungen, die ein Organismus nicht als Energieträger, sondern für andere lebensnotwendige Funktionen benötigt.

Dabei können Vitamine jedoch nicht selbstständig Bedarfs deckend vom Stoffwechsel erzeugt werden, weshalb sie als essentiell gelten. Deshalb müssen sie über die Nahrung aufgenommen werden.

 

Die Geschichte der Vitamine

 

Das Wort Vitamin ist zusammengesetzt aus lateinisch Vita 'Leben' und Amin (Stickstoffverbindung), da man zunächst davon ausging, dass alle Vitamine Stickstoffverbindungen seien. Der Begriff wurde um 1910 von dem polnisch-amerikanischen Biochemiker Casimir Funk geprägt. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die bekannten Krankheitsbilder, die beim Fehlen von Vitaminen auftreten, als Vitamin-Mangelerscheinungen erkannt.

Einzelne Krankheiten, wie der Skorbut waren zwar schon im Mittelalter als Ernährungsbedingte Krankheit der Seeleute bekannt und man wusste auch, dass die Verabreichung von Gemüse und Obst Skorbut verhindern kann, doch dass es nur eine einzige chemische Verbindung ist, die in der übrigen Kost nicht enthalten ist, konnte man erst vor ca. 100 Jahren nachweisen.

Die Bedeutung von "Ergänzungsstoffen" in der Nahrung, für normale Wachstums- und Entwicklungsprozesse, wurde in den folgenden Jahren immer deutlicher.

Bis 1941 wurden 12 (von insgesamt 13) weitere Vitamine entdeckt, mehr sind bis heute nicht bekannt.   Da die Vitaminforschung in den ersten 30 Jahren sehr rasant voranschritt, erfolgte die Benennung der Vitamine recht chaotisch. Einige Vitamine haben Buchstaben, manche zusätzlich eine Zahl, andere "nur" einen chemischen Namen, für manche gibt es beides - und manche Substanzen sind zwischenzeitlich als Vitamine bezeichnet worden, obwohl sie keine sind so z.B. Vitamin D3. Fast alle Vitamine wurden erstmals zwischen 1920 und 1980 rein dargestellt. Inzwischen sind für alle Vitamine auch chemische Synthesewege bekannt. In den letzten Jahrzehnten standen molekular biologische Untersuchungen im Vordergrund der Forschung. Der Einfluss einzelner Vitamine auf bestimmte Stoffwechselvorgänge hat zu einer Umorientierung unserer Ernährungsweise geführt. Das Ziel einer gesunden Ernährung ist heute nicht die reine Bedarfsdeckung zur Vermeidung von Krankheiten, sondern die Zufuhr optimaler Mengen, um ein langes Leben in Gesundheit und Wohlbefinden zu erreichen.

 

Die wissenschaftliche Definition von "Vitamin"

Wissenschaftlich gesehen ist ein Vitamin eine komplexe chemische Verbindung, die der Körper für lebenswichtige Funktionen benötigt - aber nicht in der erforderlichen Menge  herstellen kann.

 

Man geht davon aus, dass die Fähigkeit zur Synthese (Herstellung) der entsprechenden Substanzen irgendwann im Laufe der Evolution verloren gegangen ist. Bei bestimmten Tieren oder Pflanzen ist diese Fähigkeit noch erhalten, deshalb kann sich der Mensch dort "bedienen".

 

Die Vitamine müssen über die Nahrung aufgenommen werden, entweder als fertige Vitamine oder als so genannte Provitamine (Vorstufen, die im Körper zu den eigentlichen Vitaminen umgewandelt werden).

 

Im Gegensatz zu Kohlenhydraten, Fetten oder Eiweißen liefern sie weder Energie noch Baumaterial für den Körper. Vielmehr steuern oder begünstigen sie bestimmte Stoffwechselprozesse.

 

Deshalb braucht der Körper auch nur sehr geringe Mengen. Die Empfehlungen liegen zum Teil im Mikrogramm-Bereich, in bestimmten Situationen werden (nicht unumstritten) höchstens einige Gramm pro Tag empfohlen.

 

 

Vitamine sind lebensnotwendig

 

Der Mensch nimmt die Vitamine mit der Nahrung auf, selbst aufbauen kann unser Körper sie nicht. Pflanzen und Mikroorganismen können Vitamine selbst produzieren, auch einige Tiere sind dazu in der Lage. Für Hunde und Schweine ist zum Beispiel Vitamin C  kein Vitamin, wohl aber für Meerschweinchen und Schimpansen, die nur über die Nahrung eine ausreichende Zufuhr sicherstellen können. Für uns Menschen sind Vitamine immer lebensnotwendige Stoffe. Ohne ihre ständigen Zufuhr mit der Nahrung würde schon bald ein Mangel entstehen und einige Zellfunktionen eingestellt werden. In der Wissenschaft spricht man daher von essenziellen Nahrungsmittelbestandteilen.

 

 

Welche Aufgaben haben Vitamine

 

Vitamine werden nur in geringen Mengen benötigt. Anders als die sogenannten Makro-Nährstoffe (Kohlenhydrate, Fette, Eiweiß) liefern sie keine Energie. Man zählt sie deshalb wie Mineralstoffe und Spurenelemente zu den Mikronährstoffen. Die Wirkung der meisten Vitamine gleicht die eines Katalysators: Sie beeinflussen Stoffwechselreaktionen, ohne sich selbst zu verändern.

Sie halten unsere Haut, Haare und Nägel kräftig und gesund.

Aktiver Zellschutz

Unsere Zellen werden jeden Tag millionenfach von freien Radikalen angegriffen, Vitamine schützen uns vor derartigen Zellschäden und tragen so aktiv zur Gesundheitserhaltung unseres Körpers in einem erheblichen Maße bei.

 

 

Unterscheidung von Vitaminen bezogen auf ihre Löslichkeit

 

Vitamine unterteilt man in:

 

fettlösliche (lipophile) Vitamine

 

Vitamin A (Retinol)

Vitamin D (Calciferol)

Vitamin E (Tocopherol)

Vitamin K (Phyllochinon)

 

und

 

wasserlösliche (hydrophile) Vitamine

 

Vitamin B1 (Thiamin)

Vitamin B2 (Riboflavin)

Vitamin B3 (Niacin)

Vitamin B6 (Pyridoxin)

Vitamin B5 (Pantothensäure)

Vitamin B12 (Cyanocobalamin)

 

 

Wer braucht Vitamine

 

Jeder Menschen benötigt alle 13 Vitamine in ausreichender Dosis, da jedes Vitamin im Körper wichtige Funktionen bei diversen Stoffwechselreaktionen übernimmt.

 

Viele Tierarten können Stoffe, die für uns als Vitamine gelten, synthetisieren.  Ascorbinsäure z.B. ist für viele Tiere nicht essentiell und stellt für sie somit per Definition kein Vitamin dar.

 

 

Wirkmechanismen der Vitamine

 

Immunsystem, Blutgerinnung, Nervensystem, Haut, Bindegewebe, Schleimhäute und Nägel, Augen und Sehkraft,

 

Knochengesundheit, Zellschutz, Organfunktionen und den Stoffwechsel. 

 

Nebenwirkungen

 

Im Allgemeinen hat ein Überschuss an Vitaminen keine nachteiligen Auswirkungen wobei man zwischen Wasser -und Fettlöslichen Vitaminen unterscheiden muss.

Wasserlösliche Vitamine bauen einen Überschuss durch einen erhöhten Harndrang oder Durchfall (bei hoher Überdosierung) ab.

Da fettlösliche Vitamine in der Lage sind sich im Körper anzureichern sind hier bei anhaltenden Symptomen wie z.B. Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Störungen des Schlafverhaltens potenzielle Nebenwirkungen im gange und sollten mit einem Arzt abgeklärt werden.

 

In der Regel sind hierbei große Mengen von Vitaminen erforderlich um solche Nebenwirkungen auszulösen. Bei einer vernünftigen Dosierung ist mit Nebenwirkungen grundsätzlich nicht zu rechnen. 

 

 

Wirktabelle der Vitamine

 

Vitamin

Körperfunktion

Mangel

Lebensmittel

A (Retinol)

Wachstum, Schutzfunktion der Haut, Augen und Schleimhäute

Wachstumsstillstand, Nachtblindheit

Milchprodukte, Leber, Niere, 

Butter, Eigelb, Karotten

B1 (Thiamin)

Schwangerschaft, Nervensystem, Energie, Kohlenhydratwechsel, Schilddrüsenfunktion, Mückenschutz

Müdigkeit, schlechte Verdauung, Muskel- und Nervenstörung, Herzschwäche, Lähmungen, Kribbeln in Beinen und Armen

ErbsenVollkorngetreideHefe

Haferflocken, Schweinefleisch, Naturreis,

 Leber

B2 (Riboflavin)

Wachstum, Pflege der Haut, Augen und Nägel, Verwertung von Eiweißen, Fetten und Kohlenhydraten, Energie, Sauerstofftransport

trockene Fingernägel, Hautentzündungen, Hornhauttrübung, Blutarmut

Fleisch, Milchprodukte, Vollkornprodukte, Leber, Eier, Käse, Seefisch, grünes Blattgemüse

B3 (Niacin)

guter Schlaf, Auf- und Abbau von Fetten, Eiweißen und Kohlenhydraten

Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Schwindel, Depression, Schleimhautentzündung, Kribbeln in Beinen und Armen

Erbsen, Leber, ErdnüsseGeflügel

Fisch, mageres Fleisch

B5(Pantothensäure)

Abbau von Fetten, Eiweißen und Kohlenhydraten, Pflege von Schleimhaut und Haar

schlechte Wundheilung, Nervenfunktionsstörungen, zeitiges Ergrauen, schwaches Immunsystem

SpargelKrabben, Fleisch, Leber, GemüseSonnenblumenkerne

Pumpernickel

B6 (Pyridoxin)

Eiweißverdauung, Entgiftung, wichtiges Schwangerschaftsvitamin

schlechte Haut, Müdigkeit, Darmbeschwerden

Vollkornprodukte, NüsseBananen,

Hefe, Leber, KartoffelnBlumenkohl

grüne Bohnen, Karotten

B7 (Biotin)

Stoffwechsel, Haut- und Haarwuchs, Kohlenhydrat- und Fettsäurestoffwechsel

Haarausfall, Übelkeit, Muskelschmerzen, Hautentzündungen, Erschöpfung

Blumenkohl, Ei, Leber, Champignons, Vollkornprodukte, SpinatAvocado

Milch

B9 (Folsäure)

Zellteilung, Leber, Wachstum und Heilung der Zellen und Muskeln, Gewebeaufbau

schlechte Verdauung, Blutarmut, Störungen des Knochen- und Haarwuchses

Champignons, Leber, Kürbis, Spinat, Avocado

B12 (Cobalamin)

Bildung von roten Blutkörperchen, Zellkernsubstanz, Schleimhaut- und Hautpflege, Leber

Nervenstörungen, Blutarmut, Veränderung an Rückenmark und Lunge

 

C (Ascorbinsäure)

Abwehrkräfte, Zellenschutz, Wundheilung, Entzündungs- und BlutungshemmerEnzyme, Bindegewebe, Knochen- und Zahnschmelz

Müdigkeit, Zahnfleischbluten, Gelenk- und Kopfschmerzen, schlechte Wundheilung, Appetitmangel

ZitrusfrüchteJohannisbeeren

HagebuttenPaprika, Kartoffeln, Kohl,

 Tomaten, Spinat, Rettich

D (Calciferol)

Calcium- und Phosphathaushalt, Calciumaufnahme, Knochenaufbau

Muskelschwäche, erhöhte Infektanfälligkeit, Knochenver-krümmung

Eigelb, Milch, Leber, Butter, Hering,

Champignons, Avocado

E (Tocopherole)

Entzündungshemmer, Immunsystem, Zellerneuerung, Cholesterinwerte, Hormonhaushalt, Schutz vor Radikalen, Blutgefäße, Muskeln, Fortpflanzung

Müdigkeit, Seeschwäche, Muskelschwund, Unlust, gehemmte Fortpflanzung

Kohl, Peperoni, Avocado, 

SonnenblumenölMais-, Soja- und 

Weizenkeimöl

K (Phyllochinone)

Bildung von Gerinnungsfaktoren

Störung der Blutgerinnung

ZwiebelnGrünkohl, Ei, Leber,

Haferflocken, Kiwi, Tomaten, Kresse